~ Ursachen ~

 

Warum habe ich Borderline? wo liegt der Grund, die Ursache?
Eine Frage, die sicherlich jede/n Betroffene/n irgendwann einmal beschäftigt.
Mittlerweile gibt es verschiedene Erklärungsansätze.
Verschiedene Aspekte sind jedoch in allen Definitionen über die Ursache zu finden.
Man ist sich darüber einig, dass insbesondere das soziale Umfeld in der Kindheit wesentlich zur Entwicklung einer Störung beitragen kann.
Des weiteren liegen verschiedene Studien vor, die biochemische und genetische Faktoren belegen.

Mehr zu den verschiedenen Definitionen und Erklärungsansätzen lesen Sie hier


Wir wollen hier insbesondere auf das neurobehaviorale Störungsmodell eingehen.
Dieses Modell setzt sich aus vier Aspekten zusammen.

 

Psychosoziale Komponenten

Folgende Risikofaktoren gelten für die Entstehung einer BPS als gesichert:

  • Weibliches Geschlecht

  • Früher Erfahrung von Sexueller Gewalt

  • Körperliche Gewalt und Vernachlässigung durch die primäre Bezugsperson

  • Gewalterfahrung im Erwachsenenalter

  • Das Fehlen einer zweiten Bezugsperson

Der direkte Zusammenhang von einer (sexuell) traumatischen Erfahrung und einer BPS ist jedoch nicht geklärt.
Oben stehende Punkte gelten als Risikofaktoren.

 

Genetische Komponenten

Der Einfluss genetischer Faktoren auf die Entwicklung von Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen gilt aufgrund zahlreicher Studien als gesichert.
Auch bei BPS wurde anhand einer Studie mit eineiigen Zwillingen eine gewissen genetische Bedeutung gezeigt.
(Anm. Das heisst NICHT zwangsläufig, dass Borderline vererbbar ist, sondern belegt lediglich, dass die Veranlagung zu einer Persönlichkeitsstörung genetisch vererbbar sein kann).

Gesichert hingegen scheint der genetische Faktor bei der Entwicklung dissoziativer Symptome.

 

Störungen der Affektregulation

  • Erhöhte Sensitivität gegenüber emotionalen Reizen

  • Starke Ausprägung der Affekte und lange Dauer

  • Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass chronischer Stress oder erhebliche Verwahrlosungserlebnisse in der Kindheit zu Beeinträchtigungen des neurobiologischen Reifungsprozess führen , und somit zu kognitiven und emotionalen Störungen führen können.

 

Dissoziative Phänomene

65% aller BPS Patienten zeigen schwere dissoziative Symptome, welche abhängig vom Stresslevel sind.
Das Auftreten dieser Symptome scheint den Lernprozess zu behindern.


Als Folge der vier Aspekte können sich dysfunktionale Verhaltensweisen und kognitive und emotionale Schemata entwickeln. Diese manifestieren sich in der Störung der Ich - Identität, der Beziehungsregulation und der Affektregulation.